„Der deutsche Strommix, heute und in Zukunft.“
Der Strommix fasst die Anteile der Energieträger wie Kohle, Gas, Wind, Solar oder Kernenergie bei der Erzeugung des öffentlichen Nettostroms zusammen. Der Mix prägt die Energieversorgungssicherheit, Energiekosten, CO2-Bilanz und das Erreichen der Klimaziele, da der Strommix wetterbedingte Schwankungen, Nachfrage und Importabhängigkeiten abbildet. Seit der Energiewende 2010 strebt Deutschland einen Rückgang fossiler Energiequellen an. Der wachsende Anteil an erneuerbaren Energieträgern im Strommix reduziert die Abhängigkeit von Importen und unterstützt die EU-Klimaziele mit mindestens 80% an erneuerbaren Energien bis 2030.[1]
Entwicklung des Strommixes seit dem Jahr 2000
Seit der Jahrtausendwende wächst der Anteil an erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung kontinuierlich, während der Einsatz fossiler Energieträger zurückgeht. Im Jahr 2020 wurde das bisherige Rekordhoch an erneuerbaren Energien mit rund 65% des Stroms aus erneuerbaren Energieträgern erreicht durch einen geringeren Pandemie-bedingten Energieverbrauch. Im April 2023 gingen die letzten drei Atomkraftwerke vom Netz. Somit fällt der Atomstrom als „erneuerbare“ Energiequelle aus der Eigenproduktion in Deutschland weg.[2]
Aktueller deutscher Strommix (Ende 2025)
Im Jahr 2025 lag der fossile Anteil der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland bei 38,4% und der Anteil an erneuerbarer Energie überwiegt mit 61,6%. Die Windenergie onshore (d.h. an Land) dominiert 2025 als wichtigster Energieträger im Strommix mit 23%. Wie in Abbildung 1 dargestellt, folgen danach Solar als Energiequelle mit 16% und Braunkohle mit 15%.[3]

Abbildung 1 Öffentliche Nettostromerzeugung in Deutschland 2025[3]
In Abbildung 2 wird der Anteil der erneuerbaren Energien monatlich dargestellt. Auffällig ist die starke Abhängigkeit von der saisonalen Witterungslage. Im Juni wurde der höchste Anteil mit 73,3% erneuerbarer Energieträger im Strommix ermittelt. In den Wintermonaten ist der Solarstrom-Anteil und damit der erneuerbare Energieanteil viel geringer und muss vor allem durch fossile Energieträger ersetzt werden.

Abbildung 2 Monatlicher Anteil Erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung und Last in Deutschland 2025[4]
Zukünftige Planung des Strommixes
Die Tendenz des erneuerbaren Stromanteils ist seit Jahrzenten steigend und wird in Zukunft dominieren. Die Bundesregierung möchte den Strommix bis 2030 zu mindestens 80% aus erneuerbaren Energieträgern sicherstellen.[1] Bis 2045 wird in Deutschland Klimaneutralität angestrebt. [5] Laut Netzentwicklungsplan und Aussagen des Bundeswirtschaftsministeriums dominieren in Zukunft vor allem Windkraft und Photovoltaik den Strommix.[6] In der Perspektive bis 2050 liefern diese Energieträger deutlich über zwei Drittel der Stromerzeugung.[7] Die restlichen erneuerbaren Energiequellen, wie Biomasse, Wasserkraft und Geothermie, sollen in gleichem Ausmaß wie bisher erhalten bleiben.[7] Fossile Kraftwerke sollen schrittweise durch wasserstofffähige Gaskraftwerke ersetzt werde, die langfristig nur noch mit klimaneutralen Gasen betrieben werden für eine gesicherte Leistung.[8] Der Netzentwicklungsplan sieht einen umfangreichen Leitungs- und Speicherausbau vor, damit hohe erneuerbare Energie-Anteile integriert werden können.[6] Es wurden hierzu drei Szenarien entwickelt, die unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten mit dem Ziel der Dekarbonisierung aufzeigen, und dabei abbilden, wie und in welcher Geschwindigkeit sich der weitere Umbau des Stromsystems vollziehen könnte. Damit sollte eine einheitliche Planungsgrundlage für den konzertierten Ausbau für das Stromübertragungs- und Gas-/Wasserstoffnetz geschaffen werden.[9]
Quellen:
[1] „Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz,“ [Online]. Available: https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__1.html. [Zugriff am 20 12 2025].
[2] L. Sander, „NDR,“ 20 12 2025. [Online]. Available: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Strommix-Deutschland-Wie-ist-der-Anteil-erneuerbarer-Energien,strommix102.html. [Zugriff am 20 12 2025].
[3] „Energie-Charts,“ Frauenhofer ISE, 22 12 2025. [Online]. Available: https://energy-charts.info/charts/energy_pie/chart.htm?l=de&c=DE&interval=year. [Zugriff am 22 12 2025].
[4] „Energie-Charts,“ Frauenhofer ISE, 22 12 2025. [Online]. Available: https://energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=de&c=DE. [Zugriff am 22 12 2025].
[5] „Unser Strommarkt für die Energiewende,“ Bundeswirtschaftsministerium, 01 04 2025. [Online]. Available: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Dossier/strommarkt-der-zukunft.html. [Zugriff am 24 12 2025].
[6] „Netzentwicklungsplan (NEP),“ 2025. [Online]. Available: https://www.netzentwicklungsplan.de/. [Zugriff am 24 12 2025].
[7] B. Burstedde und M. Nicolosi, „Strommarkt und Klimaschutz: Transformation der Stromerzeugung bis 2050,“ Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau, 2021.
[8] „Strommarktdesign der Zukunft – Optionen für ein sicheres, bezahlbares und nachhaltiges Stromsystem,“ Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Berlin, 2024.
[9] „Szenariorahmen und Netzentwicklungsplan Strom,“ bneta.de, 2024. [Online]. Available: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/NEP/Strom/start.html. [Zugriff am 24 12 2025].