Faktenchecks

2026

„Durch den hohen Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix ist unser Stromnetz so instabil wie nie zuvor; es drohen flächendeckende Blackouts.“

Immer wieder wird behauptet, der steigende Anteil von erneuerbaren Energien, insbesondere durch Wind- und Solarenergie, mache das deutsche Stromnetz instabil. Die Folge seien drohende Blackouts. Verfügbare Daten sprechen gegen diese pauschale Aussage.

„Schon in wenigen Jahren werden Fusionskraftwerke unsere Energieprobleme lösen.“

Die Bemühungen, Fusionskraftwerke als nachhaltige und saubere Energiequelle zu etablieren, sind eng mit der bereits seit 1986 gegründeten ITER-Organisation (International Thermonuclear Experimental Reactor) verknüpft. Seit 40 Jahren ist es das Ziel der ITER-Organisation, einem Zusammenschluss der größten Industrienationen, den Energiegewinn durch Kernfusion für zivile Zwecke zu nutzen.[1] Jahrzehnte später stellt sich nun die Frage: Können Fusionskraftwerke schon in wenigen Jahren einen signifikanten Beitrag unseres Energiekonsums leisten?

„Moderne Dieselfahrzeuge sind umweltfreundlicher als batterieelektrische Autos.“

Eine oft gehörte Behauptung ist die Aussage, dass moderne Dieselfahrzeuge umweltfreundlicher seien als Elektrofahrzeuge. Dies wird zumeist damit begründet, dass Elektrofahrzeuge bei deren Herstellung deutlich umweltunfreundlicher sind. Tatsächlich fallen bei Dieselfahrzeugen ca. 6-8 t an CO₂-Emissionen an, während es bei Elektrofahrzeugen ca. 10-12 t CO₂ sind.[1, 2, 3] Dieser Unterschied ist hauptsächlich auf die Produktion der Batterie zurückzuführen. Diese macht etwa 0,5-2,5 t der Kohlendioxid-Emissionen aus.[1]

„Das 1,5-Grad-Ziel (Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5°C im Vergleich zur Zeit vor der industriellen Revolution) ist bis zum Ende des Jahrhunderts nicht mehr erreichbar.“

Am 12.12.2015 wurde auf der Weltklimakonferenz ein Klimaabkommen beschlossen, in welchem 195 Staaten sich bereit erklärten, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur bis in das Jahr 2100 auf 1,5 °C im Vergleich zu Zeiten vor der industriellen Revolution zu begrenzen und dafür notwendige Schritte einzuleiten. Diese bestehen hauptsächlich aus der Senkung von Treibhausgas-Emissionen.[1]

„Der CO2-Anteil in der Atmosphäre ist viel zu niedrig, um einen Einfluss auf das Klima zu haben.“

Diese Aussage ist falsch, obwohl sie auf den ersten Blick plausibel klingen mag. Ausschlaggebend ist nicht der prozentuale Anteil an Kohlendioxid (CO2), sondern die physikalische Eigenschaft von CO2, Wärmestrahlung zu absorbieren.

„Wasserstoff hat im Verkehrssektor keinen Sinn, die Zukunft gehört allein der Batterie.“

Der Verkehrssektor verursacht etwa 20 % (2021) der Gesamtemissionen in Deutschland, weswegen das Interesse an emissionsfreien Kraftstoffen stetig steigt.[1, 2] Auf der Suche nach Alternativen zu fossilen Rohstoffen im Verkehrssektor wird Wasserstoff als potenzieller, emissionsfreier Kraftstoff erforscht. Wasserstoff kann dabei direkt verbrannt, zu E-Fuels weiterverarbeitet werden (wie etwa Ammoniak oder Methan), oder, die vielversprechendste Variante, durch die Brennstoffzelle direkt in elektrische Energie umgewandelt werden.[1, 3, 4] So steht in der wissenschaftlichen Literatur im Diskurs zu wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen meist der Einsatz von Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV, engl.: Fuel Cell Electric Vehicle) im Fokus. Inwiefern sich Wasserstoff im Verkehrssektor, vor allem im Vergleich zu batteriebetriebenen Fahrzeugen (BEV, engl: Battery Electric Vehicle), durchsetzen wird, ist derzeit umstritten.

„Ein menschengemachter Klimawandel ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.“

Immer wieder wird von Kritikern in der Gesellschaft bei politischen Debatten oder in den sozialen Medien behauptet, dass der menschengemachte Klimawandel wissenschaftlich nicht eindeutig belegt sei. Oft wird dabei mit wiederkehrenden Schwankungen im Klima und kurzen kühlen Phasen argumentiert. Mit einem Blick auf die wissenschaftliche Faktenlage wird im Folgenden diese Behauptung überprüft.

„Die Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland ändern nichts am globalen Klima.“

Um zu dieser Aussage Stellung beziehen zu können, muss zunächst erwähnt werden, dass das Ausstoßen von CO2 der Haupttreiber der Klimaerwärmung weltweit ist. Dies wird so im Climate Change 2023 Synthesis Report des IPCC klargestellt.[1] Basierend auf diesem Fakt lässt sich folgern, dass sämtliche Klimaschutzmaßnahmen sich damit beschäftigen müssen, die CO2-Konzentration in der Atmosphäre im besten Falle zu minimieren, aber mindestens den Anstieg derer zu verlangsamen. Eine Aufgabe, bei der die Weltgemeinschaft zusammenarbeiten muss, um einen weiteren Anstieg der CO2-Konzentration und somit der Temperatur zu verhindern.

2025

„Wasserstoff ist der ‚Champagner der Energiewende‘. Er wird nur für einige Nischenanwendungen benötigt, ist aber zu teuer für die meisten anderen Anwendungen.“

„Atomkraftwerke erzeugen den günstigsten Strom“

„Erneuerbare Energieträger produzieren den kostengünstigsten Strom. Wind und Sonne stellen keine Rechnung.“

„Batterien aus Elektrofahrzeugen sind eine ökologische Katastrophe“

„CO2-Begasung in Gewächshäusern fördert erst das Pflanzenwachstum; ein erhöhter CO2-Ausstoß ist deshalb gut für die Welternährung.“

„Der Verbrennungsmotor hat keine Zukunft. Auch E-Fuels können daran nichts ändern.“

„Der Verzicht auf Fleisch in der Ernährung hilft dem Klima.“


„Wasserstoff ist schlimmer für das Klima als CO2“


„Wie die Flughöhe den Effekt von Flugzeugen auf die Erderwärmung beeinflusst“


„Decken die Erneuerbaren Energien bereits jetzt die Stromproduktion in Deutschland?“