2025-07

„Der Verzicht auf Fleisch in der Ernährung hilft dem Klima.“

Autor/in: Studierender Wintersemester 2024/25

Die Frage nach einer nachhaltigen Lebensweise wird angesichts der globalen Umwelt- und Klimakrise immer drängender. Die Lebensmittelproduktion spielt hierbei eine zentrale Rolle, da sie erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt hat – von der Nutzung natürlicher Ressourcen bis hin zu Treibhausgasemissionen. Angesichts dessen stellt sich die Frage, ob der Verzicht auf Fleisch in der Ernährung einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Die heutige Lebensmittelversorgungskette verursacht etwa 13,7 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente, was 26 % der globalen anthropogenen Treibhausgasemissionen entspricht.[1] Mit 57 % wird mehr als die Hälfte dieser Emissionen durch die Nutztierhaltung, einschließlich des Anbaus von Futtermitteln, verursacht. Folglich gehen 14 % der gesamten globalen Treibhausgasemissionen auf das Konto der Fleischproduktion.[2, 3] Im Vergleich dazu tragen pflanzliche Lebensmittel mit 7,5 % zu den globalen Treibhausgasemissionen bei und somit nur mit etwa der Hälfte des Anteils der Fleischproduktion.[3]

Die Rinderhaltung ist mit 25 % die größte Quelle von Treibhausgasemissionen in Bezug auf tierische Lebensmittel.[3] Grund dafür sind neben der Methanemissionen bei der Verdauung der Wiederkäuer auch die Größe der benötigten Flächen für Weidegebiete und für die Futtermittelproduktion.[2] Die Ausweitung dieser Flächen trägt maßgeblich zur Klimaerwärmung bei. Durch die Abholzung von Wäldern werden große Mengen an Kohlenstoffdioxid freigesetzt, die zuvor in der Biomasse und im Boden gespeichert waren.[3, 4] Die Landnutzungsänderungen zur Gewinnung von Weideflächen und Ackerflächen machen 29 % der gesamten Emissionen der Lebensmittelproduktion aus, wobei ein erheblicher Teil dieser Fläche für die Rinderhaltung verwendet wird.[3] Pro 100 g Protein aus Rindfleisch werden etwa 164 m² Fläche pro Jahr benötigt. Im Vergleich dazu werden für 100 g Protein aus pflanzlichen Quellen wie Soja, Erbsen und weiteren Hülsenfrüchten nur 2,2 – 7,3 m² pro Jahr benötigt.[1] Auch im Vergleich der Treibhausgasemissionen schneiden pflanzliche Lebensmittel deutlich besser ab. So entstehen bei der Produktion von 100 g Protein aus Rindfleisch 50 kg CO2-Äquivalente, bei Schweinefleisch 7,6 kg CO2-Äquivalente und bei Geflügel 5,7 kg CO2-Äquivalente. Bei der Produktion von 100 g Protein aus Soja, Erben oder anderen Hülsenfrüchten entstehen lediglich 0,3 – 1 kg CO2-Äquivalente.[1]

Der Vergleich zwischen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln zeigt, dass der Verzicht auf Fleisch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, indem die Treibhausgasemissionen erheblich reduziert werden. Anhand zahlreicher Studien kann davon ausgegangen werden, dass eine fleischlose Ernährung die Treibhausgasemissionen der Lebensmittelproduktion um 20 – 50 % verringern kann.[1, 5, 6, 7]

Quellen:

[1] J. Poore, T. Nemecek: Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science. 2018, 360 (6392), S. 987-992.

[2] P. J. Gerber, H. Steinfeld, B. Henderson, A. Mottet, C. Opio, C. Dijkman, J. Falcucci: Tackling climate change through livestock: a global assessment of emissions and mitigation opportunities, Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), Rome 2013.

[3] X. Xu, P. Sharma, S. Shu, T.-S. Lin, P. Ciais, F. N. Tubiello, P. Smith, N. Campbell, A. K. Jain: Global greenhouse gas emissions from animal-based foods are twice those of plant-based foods. Nat. Food. 2021, 2 (9), S. 724-732.

[4] P. Longobardi, A. Montenegro, H. Beltrami, M. Eby: Deforestation Induced Climate Change: Effects of Spatial Scale. PLOS ONE. 2016, 11 (4).

[5] N. A. Rust, L. Ridding, C. Ward, B. Clark, L. Kehoe, M. Dora, M. J. Whittingham, P. McGowan, A. Chaudhary, C. J. Reynolds, C. Trivedy, N. West: How to transition to reduced-meat diets that benefit people and the planet. Sci. Total Environ. 2020, 718.

[6] L. Aleksandrowicz, R. Green, E. J. M. Joy, P. Smith, A. Haines: The Impacts of Dietary Change on Greenhouse Gas Emissions, Land Use, Water Use, and Health: A Systematic Review. PLOS ONE. 2016, 11 (11).

[7] H. Westhoek, J. P. Lesschen, T. Rood, S. Wagner, A. De Marco, D. Murphy-Bokern, A. Leip, H. Van Grinsven, M. A. Sutton, O. Oenema: Food choices, health and environment: Effects of cutting Europe’s meat and dairy intake. Glob Environ. Change. 2014, 26 S. 196-205.