2025-06

„Der Verbrennungsmotor hat keine Zukunft. Auch E-Fuels können daran nichts ändern.“

Autor: Markus Kugler

Das Erdöl geht zu Neige – die Zukunft gehört dem E-Auto. E-Fuels ist die Spielerei Ewiggestriger, die die Zukunft verschlafen haben und glauben, die Technologie des 20. Jahrhunderts könne mit Anpassungen auch in der Zukunft funktionieren. Verbrennungsmotor und E-Fuels haben keine Zukunft – stimmt das?

E-Fuels (Electrofuels) sind stromgenerierte synthetische Kraftstoffe, die auf der Basis von Strom und CO2 gewonnen werden und nicht auf der Basis von Erdöl. In der Literatur ist der Begriff nicht eindeutig definiert. Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe kann als umweltfreundliche Erzeugung beschrieben werden, wenn sie CO2 aus der Atmosphäre, Wasser, regenerativ erzeugten Strom und Biomasse verwenden. E-Fuels können anschließend in konventionellen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden, entweder pur oder vermischt mit konventionellen Kraftstoffen.[1]

Obwohl die vorhandene Tankstelleninfrastruktur genutzt werden könnte sowie die EU-Verordnung zum sogenannten „Verbrennerverbot“ angepasst werden soll, scheint die Zukunft im Individualverkehr nicht dem E-Fuel zu gehören.[2] Zum einen ist der Wirkungsgrad synthetischer Kraftstoffe geringer als von batteriebetriebener Pkws, sofern beide aus erneuerbaren Energien gewonnen wurden.[3] Zum anderen wird prognostiziert, dass der Preis für einen Liter E-Fuel über dem Preis von klassischen Benzin oder Diesel liegen würde.[4] Somit könnte das Tanken für Privathaushalte unerschwinglicher werden, abhängig davon wie sich die Strompreise entwickeln. In kurz- bis mittelfristige Zukunft wird sich beim Pkw die Antriebstechnologie auf die Batterie, Brennstoffzelle oder alternative Brennstoffquellen, wie Wasserstoff, konzentrieren.

Während beim Individualverkehr synthetische Kraftstoffe keine große Rolle spielen werden, sieht da bei der Schiff- und Luftfahrt anders aus. Vor allem für letztgenannte Anwendungen wird eine batteriebetriebene Antriebstechnik kurz- bis mittelfristig keine Alternative sein, da die Batterien oder Brennstoffzellen für die benötigte Leistung zu überdimensioniert wären. Außerdem soll die Kosten für E-Fuel vergleichsweise geringer sein als die Elektrifizierung.[4] In der Luftfahrt werden bereits alternative synthetische Kraftstoffe eingesetzt, wenn auch vorwiegend vermengt mit konventionellem Kerosin.[5]

Wie kurz gezeigt werden konnte, ist kein Ende von Verbrennungsmotoren in Sicht, da beispielsweise die Schiff- und Luftfahrt weiterhin darauf angewiesen sein werden. Außerdem wird das weitere Schicksal des Verbrennungsmotor abhängig davon sein, wie sich die politische Landschaft in den nächsten Jahren entwickeln wird und ob dabei vermehrt auf den Ausbau alternativer Antriebssysteme gesetzt wird.

Quellen:

[1] Wissenschaftliche Dienste – Deutscher Bundestag, E-Fuels. https://www.bundestag.de/resource/blob/544092/dab1b2ac5f0264e4b35ae370d197922e/wd-5-008-18-pdf-data.pdf. Abrufdatum: 18.01.2025

[2] Bundesregierung, EU-Umweltrat: Nur noch CO2-frei fahren. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/verbrennermotoren-2058450. Abrufdatum: 20.01.2025

[3] VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V., VDE Studie Antriebsportfolio der Zukunft. https://www.vde.com/resource/blob/2068096/ba8b3274bcf9480b85f9bfd1b69bee80/studie-antriebsportfolio-der-zukunft-data.pdf. Abrufdatum: 18.01.2025

[4] F. Ueckerdt, C. Bauer, A. Dirnaichner, J. Everall, R. Sacchi, G. Luderer, Potential and risks of hydrogen-based e-fuels in climate change migration. Nat. Clim. Change. 2021, 11 (5), S. 384-393. https://doi.org/10.1038/s41558-021-01032-7

[5] IEA Bioenergy, S. van Dyk, J. Saddler, Progress in Commercialization of Biojet/Sustainable Aviation Fuels (SAF). https://www.ieabioenergy.com/wp-content/uploads/2021/06/IEA-Bioenergy-Task-39-Progress-in-the-commercialisation-of-biojet-fuels-May-2021-1.pdf. Abrufdatum: 20.01.2025