Der nationale Emissionshandel in Deutschland
Wie funktioniert der nationale Emissionshandel in Deutschland?
Der nationale Emissionshandel in Deutschland ergänzt seit dem Jahr 2021 den Europäischen Emissionshandel. Dieser bepreist die CO2-Emmisionen in den Sektoren Industrie und Stromerzeugung. (DEHSt, 2022) Deutschland ergänzt mit dem nationalen Emissionshandel nun die Sektoren Verkehr und Wärme, indem eine Emissionsbepreisung auf Brennstoffe erfolgt. Der Emissionshandel selbst folgt dem europäischen „Cap and Trade“ Prinzip. Zugleich ist jedoch beabsichtigt, im Gegensatz zum europäischen Modell, dass der Preis direkt an den Verbraucher durch Preissteigerungen weitergegeben wird.
Im europäischen Emissionshandel müssen Unternehmen für die jährlich ausgestoßenen CO2-Emissionen in äquivalenter Menge Zertifikate, die zum Ausstoß einer bestimmten CO2-Menge berechtigen, erwerben. Dazu werden diese bei der zuständigen Behörde an Auktionen erworben. Zum Jahresende können überschüssige Zertifikate an der Zertifikat-Börse frei verkauft oder bei größerem Emissionsausstoß zugekauft werden. Dies soll einen Anreiz für den Industrie- und Energiesektor zur Senkung der Emissionen darstellen. (DEHSt, 2022)
Der nationale Emissionshandel dagegen soll den Verbraucher durch Teuerung von Brennstoffen zu einer Senkung des Verbrauchs führen. Der Verbraucher nimmt jedoch nicht selbst am Handel teil. Der Emissionshandel wird vom Inverkehrbringer der Brennstoffe getätigt. Dieser hat pro Tonne verkauftem Brennstoff äquivalente Mengen Zertifikate zu erwerben. Der Aufpreis wird direkt an den Verbraucher weitergereicht.
Wie ist der nationale Emissionshandel organisiert?

Der Nationale Emissionshandel soll den Anreiz zum Einsparen von Emissionen auf Verbraucherseite bewirken. Um dieses Ziel zu erreichen, werden alle entstehenden Kosten an den Verbraucher durchgereicht.
Als regulierende Behörde ist das Umweltbundesamt verantwortlich. Dieses hat hierfür die Deutsche Emissionshandelsstelle DESHt gegründet. Diese stellt die regulierende Stelle, also die Cap-Seite, des Handels dar. Als freier Markt für die Trade-Seite wurde die European Energy Exchange AG (EEX) in Leipzig eingesetzt. (DEHST, 2022)
Am Handel selbst nimmt der Inverkehrbringer des Brennstoffs teil. Dieser benötigt die Zertifikate für jede in Verkehr gebrachte Tonne Brennstoff. Die anfallenden Kosten werden vollständig auf den Verkaufspreis aufgeschlagen.
Der Verbraucher soll durch den erhöhten Brennstoffpreis den Verbrauch und damit Emissionen einsparen.
Was bedeutet „Cap and Trade”?
Cap steht für die staatliche Limitierung der am Markt verfügbaren Zertifikate-Menge. Diese entspricht der politisch festgelegten Höchstmengen, welche Menge CO2 ausgestoßenen werden darf. Das Cap wird mit der Zeit erniedrigt, um die Emissionen durch eine Teuerung am Zertifikate-Markt zu senken. Zu diesem Zweck verfallen die Zertifikate jährlich und werden wieder von staatlicher Stelle in verknappter Menge ausgegeben. (Umwelt Bundesamt, 2022)
Im ersten Schritt des Emissionshandels erfolgt eine kostenlose Zuteilung von Zertifikaten entsprechend des Caps nach Sektor-Zielen. Ist die Zuteilung nicht ausreichend, können Zertifikate an staatlichen Auktionen zugekauft werden. (Umwelt Bundesamt, 2022)
Trade steht für den freien Handel mit Zertifikaten im Markt. Wurden zu viele Zertifikate zugeteilt oder es müssen weitere Zertifikate zugekauft werden, kann dies an der Zertifikatbörse geschehen. Hier werden die Zertifikate frei gehandelt, sodass sich ein Marktpreis bilden kann. Fällt dieser zu stark, dann greift das Cap durch Entzug von Zertifikaten ein. (Umwelt Bundesamt, 2022)
Die regulierte Verknappung des Caps soll zu einer Preissteigerung am Markt führen, damit im europäischen Modell die Industrie und im nationalen Modell alle Verbraucher Emissionen einsparen.
Initiale Bildung des Emissionspreises
Die Einführungsphase des Emissionshandels ist gekoppelt an eine feste Preisgestaltung der Zertifikate für den initialen Verkauf bei den staatlichen Auktionen. Dies soll einen Verfall des Zertifikatpreises verhindern, da initial kaum Verknappung an Zertifikaten stattfindet. Diese Phase soll den Inverkehrbringern von Brennstoffen ermöglichen, sich auf den Handel einzustellen. Nach der Festpreisphase wird es nur noch Auktionen geben. Dabei gilt für diese im Jahr 2026 noch ein Preiskorridor und ab 2027 bildet sich der Preis frei.
Der initiale Preis pro Tonne CO2 wurde im nationalen Emissionshandel auf 25 € festgelegt. Der Preis wird, wie in Tabelle 1 dargestellt, bis 2025 gesteigert und 26 in den Preisgrenzen gehalten. (DEHST, 2022)
| Jahr | Preis pro Tonne CO2 [€] | Preisphase |
| 2021 | 25 | Fest |
| 2022 | 30 | Fest |
| 2023 | 30 | Fest |
| 2024 | 35 | Fest |
| 2025 | 45 | Fest |
| 2026 | 55 – 65 | Korridor |
| 2027 | — | Frei |