„Ein menschengemachter Klimawandel ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.“
Immer wieder wird von Kritikern in der Gesellschaft bei politischen Debatten oder in den sozialen Medien behauptet, dass der menschengemachte Klimawandel wissenschaftlich nicht eindeutig belegt sei. Oft wird dabei mit wiederkehrenden Schwankungen im Klima und kurzen kühlen Phasen argumentiert. Mit einem Blick auf die wissenschaftliche Faktenlage wird im Folgenden diese Behauptung überprüft.
Die Hauptursache des anthropogenen Klimawandels ist der deutlich erhöhte Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Treibhausgase, wie Kohlenstoffdioxid oder Methan, sind natürliche Bestandteile der Atmosphäre, jedoch ist ein enormer Anstieg dieser Treibhausgase durch das Verbrennen von Kohle und Erdöl, der Abholzung von Wäldern und durch Zunahme der Viehzucht zu verzeichnen.[1]
Durch viele Messdaten und Studien ist bewiesen, dass der Anstieg von Kohlenstoffdioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre seit der Industrialisierung auf die oben genannten menschengemachten Ursachen zurückzuführen ist. Laut NASA ist der Anteil an Kohlenstoffdioxid seit dem 18. Jahrhundert um mehr als 50% gestiegen.[2]
Die globale mittlere Temperaturdifferenz gegenüber den vorindustriellen Bedingungen ist von internationalen Forschungsgruppen analysiert worden. Dabei konnte ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von ca. 1,5°C festgestellt werden.[2] Die im Pariser Klimaabkommen festgelegte Begrenzung auf 1,5°C ist damit bereits erreicht.[3]
Des Weiteren schmelzen Gletscher und Eisschichten im Rekordtempo. In der Antarktis schmelzen seit 2002 jedes Jahr ca. 135 Milliarden Tonnen Eis, während in Grönland ca. 266 Milliarden Tonnen Eis verloren gehen.[2] Dies geht Hand in Hand mit dem Fakt, dass die Meereseisbedeckung pro Jahrzehnt um rund 12,2% sinkt.[2] Dies führt anschließend zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Seit 1993 ist der Meeresspiegel um 91,2 mm angestiegen.[2] Extreme Hitzeperioden, Überflutungen und Unwetter sind Folgen dieses menschlichen Einflusses.[4]
Natürliche Ursachen wie die Veränderungen der Sonneneinstrahlung oder die vulkanische Aktivität spielen hingegen kaum eine Rolle bei der Erderwärmung. Es wird geschätzt, dass in den Jahren von 1850 bis 2019 der Beitrag zur Erderwärmung durch die genannten natürlichen Ursachen bzw. Naturphänomene bei ± 0,1 °C lag.[5]
Zudem herrscht ein wissenschaftlicher Konsens, dass der Klimawandel durch den Menschen vorangetrieben wird. Der Weltklimarat (IPCC) fasst den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand über den Klimawandel zusammen und wird weltweit durch Tausende Wissenschaftler*innen unterstützt. Mitglieder des IPCC sind ca. 195 Länder, die sich über den wissenschaftlichen Stand des anthropogenen Klimawandels einig sind.[5] Ebenfalls zeigen Cook et al. (2013) auf, dass bei über 97% der Publikationen über den Klimawandel von einem menschlichen Einfluss auf das Klima gesprochen wird.[6]
Die Behauptung, der menschengemachte Klimawandel sei nicht wissenschaftlich belegt, ist falsch. Es herrscht ein wissenschaftlicher Konsens. Der menschengemachte Klimawandel gilt demnach als eindeutig nachgewiesen.
Quellen:
[1] European Commission. (n.d.). Causes of climate change. Climate Action – European Commission. Zuletzt abgerufen am 04.01.2026, verfügbar unter: https://climate.ec.europa.eu/climate-change/causes-climate-change_de/
[2] National Aeronautics and Space Administration. (n.d.) Earth indicators. NASA Science. Zuletzt abgerufen am 04.01. 2026, verfügbar unter https://science.nasa.gov/earth/explore/earth-indicators/
[3] United Nations Framework Convention on Climate Change. (2015). Paris Agreement: Article 2. In Paris Agreement to the United Nations Framework Convention on Climate Change (adopted 12 December 2015). United Nations. Zuletzt abgerufen 04.01.2025, verfügbar unter: https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/paris_abkommen_bf.pdf
[4] European Commission. (n.d.). Consequences of climate change. Climate Action – European Commission. Zuletzt abgerufen am 4.01.2026, verfügbar unter: https://climate.ec.europa.eu/climate-change/consequences-climate-change_de/
[5] Intergovernmental Panel on Climate Change. (2021). Climate change 2021: The physical science basis. Contribution of Working Group I to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press. Zuletzt abgerufen am 04.01.2026, verfügbar unter: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/
[6] Cook, J., Nuccitelli, D., Green, S. A., Richardson, M., Winkler, B., Painting, R., Way, R., Jacobs, P., & Skuce, A. (2013). Quantifying the consensus on anthropogenic global warming in the scientific literature. Environmental Research Letters, 8(2), 024024. Zuletzt abgerufen am 4.01.2026, verfügbar unter: https://cssn.org/wp-content/uploads/2020/12/Quantifying-the-consensus-on-anthropogenic-global-warming-in-the-scientific-literature-John-Cook.pdf